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1981 BIS HEUTE – KUNST & HANDWERK – MITTEN IN ST. GEORG

Nur die Laufkatze unter dem großen Glasdach erinnert heute noch an die ursprüngliche Nutzung der ehemaligen Maschinenfabrik, die 1924 im Stil des Hamburger Art Deco, einer Abwandlung der „Neuen Sachlichkeit“ nach  Schumacher, erbaut wurde. Das Gebäude wurde bis 1928 für den Maschinenbau als Dreherei genutzt – dann, bereits nach 4 Jahren, wurde die Produktion eingestellt, vermutlich wegen der schlechten Arbeitsmarktlage im damaligen Deutschland. Es gibt Recherchen, nach denen die Fabrik während des Krieges unter Hitler sogar als Revolverdreherei benutzt wurde. Danach stand das Haus leer und diente lange Zeit „1000 Töpfe“ als Lager.

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1974 gab es eine erste Konzeption für die Umnutzung in ein Haus für Kunst & Handwerk. Sie ging auf die private Initiative von dem Hamburger Restaurator Hans Dieter Rommeney zurück. Seine Idee: Es sollte „…eine öffentlich subventionierte soziale und kultur-politisch wirksame Institution sein, (….) die der gegenwärtigen Existenz und dem Fortbestand des Kunsthandwerks dient.“ Ziel war vor allem, den Nachwuchs und die Kommunikation unter den Kunsthandwerkern zu fördern, die Möglichkeit einer permanenten Präsentation ihrer Arbeiten zu schaffen und der interessierten Öffentlichkeit einen leichten Zugang zu künstlerischen Werkstätten zu ermöglichen. das HH-Abendblatt schrieb 1974: „Keine Gegend schien für diesen Plan mehr geeignet als St. Georg, denn das Handwerk hat in diesem Viertel am Hauptbahnhof Tradition. Jahrhunderte lang beherbergten die engen Gassen unzählige Werkstätten und kleine Gewerbebetriebe – bis Industrialisierung und Stadtsanierung dem Handwerk seinen „Goldenen Boden“ entzog.“ Bis dahin, so Herr Rommeney, „funktionierte die Kommunikation der Kunsthandwerker untereinander nur 4 Wochen lang zur Weihnachtsmesse im Museum für Kunst und Gewerbe“.

1976 stellte die Stadt Hamburg Haushaltsmittel für erste Baumaßnahmen zur Verfügung, welche 1979 beginnen konnten. Ins Geheim hoffte man natürlich auch auf einen Kulturwandel: der Stadtteil galt lange Zeit als Drogen- und Prostitutionsviertel, Kriminalität eingeschlossen. Es sollte noch lange dauern, aber heute hat der Stadtteil, speziell in der Langen Reihe, ein eigenes kulturelles Flair, das auch von der Koppel 66 mitgeprägt wurde. Das Haus hat im Laufe der Zeit Leute in den Stadtteil geholt, für die St. Georg neu war. Die Läden in der Langen Reihe freuen sich, dass während der Messe viele neue Kunden auch bei ihnen einkaufen.

Vor 30 Jahren, im Februar 1981 wurde das Haus für Kunst & Handwerk, die KOPPEL 66, eröffnet. Für den Erhalt der ursprünglichen Idee, Neuvermietungen und Interessenwahrung der Mieter wurde der gemeinnützige Verein Förderkreis Koppel 66 e.v. gegründet. Der Verein hat bis heute die Aufgabe Kunst und Kunsthandwerk zu fördern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Beiratsmitglieder sind die Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe, das Fachamt HH-Mitte für Stadt- und Landschaftsplanung, die Kulturbehörde, die Justus-Brinkmann-Gesellschaft, der Arbeitskreis für Kunsthandwerk AdK, und die Sprinkenhof AG/ HAGG (Verwaltung).

Zurzeit arbeiten 20 Künstler und Kunsthandwerker in 12 dem Publikum offenstehenden Werkstätten und Ateliers. Im Erdgeschoss des Hauses findet man außerdem das Kunstforum der GEDOK und das Café Koppel.

„WIR GEBEN DINGEN SEELE“

Mit den alljährlich an den Adventswochenenden und im Frühjahr vor Ostern stattfindenden Messen sowie der Vergabe eines Preises für Kunsthandwerk im Advent ist die KOPPEL 66 als feste Institution und Forum für aktuelles Design, innovatives Kunsthandwerk und Kunst in der Hansestadt nicht mehr wegzudenken. Das Künstler- und Handwerker Kollektiv versteht sich seit 30 Jahren als Gegenbewegung zur Massenproduktion – und das erfolgreich. Auf den Verkaufsmessen präsentieren, gemeinsam mit den Koppelhandwerkern, von einer Jury ausgewählte Kunsthandwerker aus ganz Deutschland ihre neuesten Arbeiten. Die Auswahl ist von hohe Qualität, Originalität und Vielfalt. Darüber hinaus finden regelmäßig Events statt, z.B. KulturReisemessen, Brassgipfel ( Blasinstrumentenmesse), Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Workshops für Kinder und Erwachsene und Benefizveranstaltungen. Das Foyer sowie die Stockwerke können für kulturelle Veranstaltungen gemietet werden.

„HANDWERKER DES JAHRES 2106“

1-1.-Handwerkerpreis-2016-Stefan-FinkDer Drechsler und Designer Stefan Fink, der in der Koppel 66 seine Werkstatt betreibt, wurde im Juli als „Handwerker des Jahres 2016“ von Hamburger Handwerkskammer ausgezeichnet. Seit fast 30 Jahren fertigt Stefan Fink in St. Georg kunstvolle Füllfederhalter, Drehbleistifte und Skizzierstifte aus seltenen Edelhölzern. Etliche seiner Exponate sind bereits zu Sammlerstücken geworden …mehr.



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